Einleitung
San Francisco ist bereits seit vielen Jahren ein Paradies für Liebhaber guten Essens, denn die Stadt bietet eine unvergleichliche gastronomische Vielfalt und gilt als kulinarischer Trendsetter. 1849 lockte der Goldrausch unzählige Immigranten aus der ganzen Welt nach San Francisco, und diese bereicherten die Stadt mit ihren nationalen Spezialitäten. Noch heute ist San Francisco ein Schmelztiegel internationaler Gaumenfreuden. Ob afghanisch, indisch oder vietnamesisch – nahezu jede Küche der Welt ist vertreten. Obgleich der Mission District für südamerikanische, Chinatown und der Richmond District für asiatische und North Beach für italienische Küche bekannt sind, locken überall in der Stadt die verschiedensten kulinarischen Köstlichkeiten.
Dank der multikulturellen Geschichte bietet die Stadt heutzutage ein spannendes gastronomisches Angebot. Die Küchenchefs sind ständig gefordert, neue Gerichte zu kreieren, um der anspruchsvollen Kundschaft gerecht zu werden. Daraus resultiert die mittlerweile berühmte kalifornische Küche, die zwar ständigen Änderungen unterliegt, in der Hauptsache jedoch frische biologische Produkte verwendet und von der europäischen sowie asiatischen Küche beeinflusst wird. Der klassische lokale Kochstil, der seinen Anfang in den Siebzigern im legendären Restaurant Chez Panisse gegenüber der Bucht von Berkeley nahm, lebt bis heute in vielen Restaurants weiter. Die Verfechter dieser Küche sind stets darum bemüht, sich ein wenig von der Konkurrenz abzuheben, was ihnen meistens auch gelingt.
Zahlreiche national anerkannte, äußerst innovative Küchenchefs, darunter Judy Rodgers, Traci Des Jardins, Gary Danko und Mark Franz leben und arbeiten in San Francisco. Sie alle sind ernst zu nehmende Trendsetter, doch letztendlich entscheiden die einheimischen Genießer, ob ein Trend sich durchsetzt oder nicht. Zu Beginn dieses Jahrzehnts gingen einige Restaurants dazu über, Menüs aus kleinen Gerichten im Stil der spanischen Tapas zu servieren. Bereits nach kurzer Zeit wurden diese Lokale außerordentlich populär, und mittlerweile bietet eine Vielzahl italienischer, französischer, asiatischer, südamerikanischer, kalifornischer und natürlich spanischer Restaurants Menüs aus vielen verschiedenen Häppchen an.
Nicht jeder Trend ist neu. In den siebziger Jahren war die Stadt bekannt für ihre guten französischen Restaurants, darunter auch das berühmte Le Trianon, das von René Verdon, dem Küchenchef des Weißen Hauses zu Zeiten Kennedys, eröffnet wurde. Andere kulinarische Trends wie die gutbürgerliche italienische, panmediterrane und Fusionsküche (westliche Gerichte mit asiatischen Zutaten) liefen der französischen Küche später den Rang ab. Doch heutzutage erlebt die französische Küche ein Comeback. In Vierteln wie Financial District, Pacific Heights und Potrero Hill sprießen Bistros und Brasserien wie Pilze aus dem Boden. Wie gut, dass einige Trends nie ganz verschwinden. San Francisco ist die Geburtsstätte des Sauerteigbrotes, und die säuerlichen, festen Brotlaibe findet man nahezu an jeder Straßenecke, vor allem im Hafenviertel Fisherman's Wharf. Da die Weinanbaugebiete Napa und Sonoma im Norden nicht weit von San Francisco entfernt sind, besteht ein großes Angebot an preisgünstigen kalifornischen Weinen. Auch das ausgezeichnete Anchor Steam-Bier, eine alte Biersorte, die in den 1960er Jahren beinahe gänzlich verschwunden war, dann aber erneut einen Aufschwung erlebte, sollten Besucher sich auf keinen Fall entgehen lassen. Viele freuen sich über den Erfolg des Bieres, da es auf traditionelle Weise gebraut wird und kleine, lokale Brauereien, die es in den USA fast gar nicht mehr gab, wieder in Mode kommen.
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