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Fort Lauderdale

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Fort Lauderdale Reiseartikel

Westlich des zentral gelegenen Kunst- und Wissenschaftsviertels von Fort Lauderdale (Arts & Sciences District), im Herzen der afroamerikanischen Gemeinde am Sistrunk Boulevard, befand sich einst ein „Diamant“, von dem alle annahmen, dass er sich niemals zu einem wertvollen Edelstein schleifen lassen würde.

Erst Ende 2002 erstrahlte dann die zweistöckige Afroamerikanische Wissenschaftsbibliothek und Kulturzentrum von Fort Lauderdale (African-American Research Library and Cultural Center) als 14 Millionen $ teueres Archiv in vollem Glanz. Hier wird das Erbe der afrikanischen, afroamerikanischen und karibischen Kultur mithilfe von historischen Büchern, Dokumenten und Kunstobjekten und mit Unterstützung der afrikanischen Diaspora bewahrt. Das Gebäude verfügt über ein Auditorium mit Platz für 300 Personen, einen Geschichtstrakt, sowie über einen 465 m² großen Ausstellungsraum für Dauer- und Leihausstellungen. Afrikanische Symbole, die denen auf den historischen Adinkra-Trachten ähneln, sind Teil der Einrichtung. Adinkra ist ein Wort aus der Sprache der Akanvölker in Westafrika und bedeutet „Auf Wiedersehen sagen“. Meistens wird Adinkra mit dem Volk der Ashanti in Ghana in Verbindung gebracht, die um das 19. Jahrhundert herum die Adinkra-Buchdruckerkunst entwickelt haben.

Für Samuel F. Morrison, pensionierter Bibliotheksdirektor von Broward County, ist das Zentrum die Erfüllung seines Traums, ein würdiges Anschauungsprojekt für das afroamerikanische Erbe ins Leben zu rufen. Die Regierung von Broward County stiftete 5 Millionen $ für die 5.575 m² große Einrichtung. Den Rest steuerte Morrison selbst bei.

Von den drei wichtigsten afroamerikanischen Wissenschaftsbibliotheken ist jene in Fort Lauderdale die einzige, die sich auch mit der karibischen Kultur befasst. Die anderen beiden Einrichtungen sind das New Yorker Schomburg-Wissenschaftszentrum für Afrikanische Kultur (New York’s Schomburg Center for Research in Black Culture) und die Wissenschaftsbibliothek Auburn Avenue in Atlanta (Atlanta’s Auburn Avenue Research Library). Zum Inventar der Wissenschaftsbibliothek in Fort Lauderdale gehört die Alex-Haley-Sammlung (Alex Haley Collection) mit acht unvollendeten Manuskripten des Autors. Weitere Werke sind die Studien von Sklavenerzählungen der Fisk-Universität (Fisk University) und eine Bücherreihe über Jamaika und die Karibik. Außerdem stehen Besuchern die Sammlung der mündlichen Überlieferungen von Kitty Oliver über Broward und Okeechobee (Kitty Oliver Histories Collection on Broward and Okeechobee) sowie die Dokumenten- und Kunstsammlung von Niara Sudarkasa (Niara Sudarkasa Collection) und andere Materialien des ehemaligen Präsidenten der Lincoln-Universität (Lincoln University) zur Verfügung.

Schließlich gibt es auch noch die Sammlung von Dorothy Porter Wesley, die in den Augen manch eines Buchliebhabers die beste der afroamerikanischen Literatur ist. Zu ihrer Sammlung gehören über 500 beschriftete und handsignierte Bücher, von denen einige bis auf das Jahr 1836 zurückgehen, sowie persönliche Erzählungen, Biografien, Geschichten, Gedichte, Literaturverzeichnisse und Referenzmaterial. Wesleys Tochter Constance Porter Uzelac nimmt Bezug auf den „Stoff ihrer Mutter“ und verweist darauf, dass „ es nicht nur allein um die Bücher und Manuskripte an sich geht, sondern auch darum, in welcher Beziehung sie zu den Autoren und den Menschen stand.“ Wesley ging oft auf Auktionen oder in Häuser von kürzlich verstorbenen Menschen, um sicherzustellen, dass nichts Wertvolles weggeworfen würde oder verlorenging. Ihre Tochter erinnert sich daran, dass „sie das Haus betrat, noch bevor der Leichnam erkaltet war“, um auf dem Dachboden und im Keller nach Zeugnissen der Geschichte zu suchen.

Auch was die Vielfältigkeit der Bibliothek betrifft ist Morrison Feuer und Flamme, wenn er sagt, dass „diese Stücke Einblicke in die Herzen und Gedanken der Menschen geben, die nicht nur einen Unterschied zwischen sich und Menschen mit dunkler Hautfarbe und afrikanischer Abstammung gemacht haben, sondern vielmehr zwischen Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben und Kulturen.“




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