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Miami

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Miami Reiseartikel

Wenn die Köche vor Ort behaupten, sie kochen mit einheimischen Zutaten „aus dem Garten“, dann sagen sie die Wahrheit. Südflorida kommt in den Genuss zweier Wachstumsperioden pro Jahr und wird zudem von einem warmen Atlantik mit tropischen Fischen und Schalentieren umspült. Mit anderen Worten, Florida hat das ganze Jahr über frische Zutaten und Lebensmittel zu bieten, und das nicht nur in Bezug auf Orangen und Grapefruits.

Nehmen Sie nur das Beispiel Mangos. Diese saftigen und lieblichen Früchte fehlen im Restaurant auf keiner Speisekarte, sei als Sauce, Coulis, Smoothie oder auch als Dessert. Und das müssen sie auch, denn in Florida wachsen über hundert verschiedene Sorten mit einem Erntevolumen von mehreren Tausend Pfund. Jeder mit einem Mangobaum im Garten weiß, dass sie schneller reifen, als man sie essen kann.

Das Gleiche gilt übrigens für Avocados, die hier groß und hellgrün sind, mit festem Fruchtfleisch: Die Größe macht’s. Die Florida-Avocados, die scherzhaft auch „Alligatorbirnen“ (alligator pears) genannten werden, weisen bei doppeltem Umfang einen um die Hälfte geringeren Fettanteil als kalifornische Avocados auf. Aus ihnen lässt sich eine exzellente Guacamole herstellen, allerdings schmecken sie noch besser, wenn man sie einfach in Scheiben schneidet und zusammen mit Palmherzen, einer weiteren Spezialität in Südflorida, serviert.

Limonen konnten sich in den vergangenen Jahren immer größerer Beliebtheit erfreuen und die Orangen mehr und mehr in den Hintergrund drängen. Obwohl Limonen bitter sein können, werden sie von Köchen wegen ihres sauren Geschmacks in den Himmel gelobt und vor allem zum Backen von Limettenkuchen (Key Lime Pie) verwendet.

Während der Limettenkuchen für gewöhnlich zum Nachtisch serviert wird, kommt der für Florida typische Fisch als Hauptgericht auf den Tisch. Die Familie der Schnapperfische, zu der Red, Yellowtail und Hog Snapper zählen, ist fester Bestandteil der Speisekarte. Die auch unter dem Namen Mahi-Mahi bekannten Goldmakrelen stehen zwar lange Zeit hoch in der Gunst von Restaurantbesuchern, mussten aber in der letzten Zeit gegenüber den Zackenbarschen etwas an Popularität einbüßen, weil letztere aufgrund ihres milden Geschmacks zu fast jedem Rezept passen. Darüber hinaus sind die Gewässer vor den Küsten Floridas reich an Krabben. Vor allem die so genannten Key West Pinks, die so schön wie der Sonnenaufgang sind, gelten als echte Delikatesse.

Steinkrebse, ebenfalls eine für die Region typische Delikatesse, sind eine beliebte Vorspeise. Sie können die gedämpften Scheren dieser Krebse, die nur zwischen Oktober und Mai angeboten werden, gleich aus mehreren Gründen genießen: Erstens ist ihr Fleisch saftig und mild im Geschmack, zweitens werden sie normalerweise in einer cremigen Senfsauce serviert und drittens muss der Krebs nicht sterben, wenn er seine Scheren dem Gourmet opfert. Tatsächlich trennen die Angler die Scheren ab und werfen den Krebs zurück ins Wasser. Nach einiger Zeit wachsen dem Krebs neue Scheren. Der Gourmet braucht also kein schlechtes Gewissen zu haben.




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