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Cincinnati

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Cincinnati Reiserouten

Cincinnati spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte der Underground Railroad. Etwa 60.000 Sklaven waren in den Süden geflüchtet und wurden von einem Netzwerk der Sklavereigegner über den Ohio River „geführt“, um der Sklaverei zu entgehen. Die Underground Railroad war weder eine richtige U-Bahn noch eine normale Eisenbahn, sondern ein Netzwerk sicherer Häuser und Verstecke, das um 1780 unter der Schirmherrschaft der Quäker aufgebaut wurde. Sowohl freie als auch versklavte Afroamerikaner und Weiße aus dem Norden des Landes sympathisierten mit den Sklaven und der Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei in den USA und hielten die Bewegung am Leben. Eine der ersten freien „Stationen“ im Norden, die die Sklaven – zumeist im Schutze der Dunkelheit und nur durch den Nordstern geführt – erreichten, war Cincinnati und dessen Umland, wo sich noch heute viele historische Stätten mit großer Bedeutung für die Underground Railroad finden.

Tag 1

Das Nationale Underground Railroad-Freiheitszentrum (National Underground Railroad Freedom Center) ist das neueste Freiheitsdenkmal des Landes. Das Freedom Center besteht aus drei Gebäuden, die für Mut, Kooperation und Beharrlichkeit stehen, und ist majestätisch am Ufer des Ohio River im Stadtzentrum von Cincinnati gelegen. Das Freedom Center honoriert den historischen Kampf um die Freiheit und stellt viele Artefakte der Underground Railroad-Bewegung aus. Zu den bedeutendsten Ausstellungsstücken zählt auch eine echte Sklavenhütte. Weitere Ausstellungshighlights sind die „Erlebnisausstellungen (Take-You-There Exhibits)“, zu denen eine Kiste gehört, die der gleicht, in der Henry „Box“ Brown den Weg in die Freiheit gefunden hat. In der Ausstellung „Freedom Today“ können Sie die Erfahrung machen, ob der hohe Preis, der für die Freiheit gezahlt werden musste, Ihre heutige Sicht auf die Dinge ändert.

Besichtigen Sie das historische Haus von Harriett Beecher Stowe, der Autorin von „Onkel Toms Hütte“. Der Legende nach soll Abraham Lincoln bei seinem Treffen mit Harriett Beecher Stowe gesagt haben: „Sie sind also die kleine Dame, die diesen großen Krieg angezettelt hat“. Das Haus wurde 1978 vom Bürgerkomitee für die Jugend (Citizens Committee on Youth) restauriert und umfasst ein Museum, einen Souvenirladen sowie ein Kulturzentrum, in dem eine Ausstellung von Stilmöbeln, afroamerikanischer Literatur und Kunstwerken zu sehen ist.

Besuchen Sie danach den Friedhof von Spring Grove (Spring Grove Cemetery), einen der größten Friedhöfe des Landes. Auf diesem Friedhof befinden sich die Gräber vieler historischer Persönlichkeiten, z. B. das des bekannten Sklavereigegners Levi Coffin, auf dessen Grabstein sein Engagement für die Underground Railroad gewürdigt wird.

Tag 2

Machen Sie einen Abstecher nach Covington, und sehen Sie sich die Gedenkplatte für Kentuckys “Fluchtweg aus der Sklaverei (Slave Escape Route)” an, auf der geflohene Sklaven wie Margaret Garner gewürdigt werden, über die Toni Morrison in Ihrem Roman „Menschenkind“ geschrieben hat. Margaret Garner wurde auf der Flucht mit ihren Kindern gefangen genommen. Um zu verhindern, dass ihre Kinder in die Sklaverei zurückkehren müssen, hat sie eine Tochter getötet und die beiden anderen verletzt.

In Covington befindet sich außerdem das Carneal House (im Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich), in dem geflohene Sklaven versteckt wurden. Vom Licking River, der hinter dem Haus vorbeifließt und in den Ohio River mündet, führte ein Tunnel direkt zu diesem Haus.

Um die Ecke am Ufer des Ohio River steht die William Bradley-Statue, deren Blick auf Cincinnati gerichtet ist. Der einstige Sklave William Bradley studierte am Lane-Theologieseminar (Lane Theological Seminary). Er war der einzige Schwarze, der in den “Lane-Debatten (Lane Debates)” gegen Sklaverei argumentierte.

Besuchen Sie als Nächstes Old Washington, Kentuckys Gerichtsplatz. Hier hat Harriet Beecher Stowe eine Sklavenauktion miterlebt, die sie dazu inspirierte, den Roman „Onkel Toms Hütte“ zu verfassen. Am Old Washington steht auch das Paxton Inn, eine echte Blockhütte mit einer versteckten Treppe. Außerdem befindet sich hier das Harriett Beecher Stowe-Museum, in dem eine authentische Kollektion von Sklavenfesseln, Mundharnischen und historischen Dokumenten ausgestellt ist.

Machen Sie anschließend einen Abstecher nach Ripley (Ohio). Hier können Sie die „Treppe zur Freiheit (Stairway to Liberty)“ zum Rankin House erklimmen, der Heimstatt des Sklavereigegners Reverend John Rankin. Das Haus wurde 1828 erbaut. Besucher können die Treppenstufen erklimmen, die einst von Sklaven benutzt wurden, um das sichere Haus auf dem Hügel zu erreichen.

Das Parker House war Heimstatt von John Parker, der sich seine Freiheit für 1.800 Dollar erkaufte und sich 1845 in Ripley niederließ. Er erlangte Berühmtheit für seine Touren über den Ohio River, um Sklaven bei der Flucht zu helfen. Parker war außerdem Mitglied der 27th Volunteer Infantry, einem freiwilligen Infanterieregiment, das ausschließlich aus schwarzen Soldaten bestand.

Tag 3

Genießen Sie einen Tagesausflug nach Springboro (Ohio). Der Einfluss der Quäker von Springboro wurde als treibende Kraft für die Teilnahme des Dorfes an der Underground Railroad gewürdigt. Die Sklavereigegner hängten Steppdecken in die Fenster, um Sklaven anzuzeigen, ob sie weiterziehen mussten oder hereinkommen konnten.

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