Einleitung
In Portland gibt es allerhand zu entdecken. Jahrzehntelang galt dieser Binnenhafen am Willamette-Fluss als ungeschliffener Diamant der Westküste und wurde von den Reisenden, die auf der Suche nach aufregenden Sehenswürdigkeiten waren, größtenteils nicht wahrgenommen. Doch im Laufe der letzten zehn Jahre strömten immer mehr Menschen nach Portland – um die Stadt zu besichtigen und hier zu wohnen. Denn neben den zahlreichen urbanen Annehmlichkeiten ist es vor allem die Nähe zu den Bergen, zum Meer und zur Wüste, die die Stadt so attraktiv macht.
Der majestätische Mt. Hood, der etwa 88 km östlich von Portland liegt, gilt als „Maskottchen“ der Stadt, und an klaren Tagen kann man sogar einige Gipfel der Kaskadenkette (Cascade Range) erkennen, darunter auch den Vulkan Mt. St. Helens, der die Stadt bei seinem Ausbruch im Jahr 1980 mit einem feinen Aschemantel überzog. Der Westen Portlands wurde auf einer Reihe bewaldeter Hügel errichtet, die sich bis an die Innenstadt, den Willamette-Fluss und den flacheren östlichen Teil erstrecken. Mit einer Mischung aus stattlichen Häusern aus dem 19. Jahrhundert und moderner Architektur, einem gut ausgebauten Nahverkehrssystem und einer lebendigen Kunstszene hat Portland zu jeder Tages- und Nachtzeit sowie bei jedem Wetter etwas zu bieten.
Die Lebensqualität steht immer an erster Stelle. Bereits im Jahr 1852 begann die Stadt Portland, auf städtischem Gebiet Parks anzulegen. Neben den 250 Parks, öffentlichen Gärten und Grünflächen sind hier der größte Stadtwald des Landes, der kleinste Park der Welt und der einzige erloschene Vulkan der 48 Festlandstaaten der USA zu bestaunen, der innerhalb eines Stadtgebiets liegt. Das gemäßigte Klima und die vielen Niederschläge Portlands sorgen das ganze Jahr über für ein üppiges Grün. Den Beinamen „Stadt der Rosen“ (City of Roses) hat sich Portland redlich verdient, feiert die Stadt ihre Lieblingsblume doch jedes Jahr mit einem ganz besonderen Ereignis. Das „Rosenfestival“ (Rose Festival) findet jährlich im Juni statt und bietet mit Auto- und Bootsrennen, Schiffen der Navy sowie einem Blumenumzug, der nach der „Rose Parade“ von Pasadena der zweitgrößte seiner Art im Land ist, allerhand Sehenswertes für Jung und Alt. Das tatsächliche Blumenspektakel beginnt jedoch bereits drei Monate früher, wenn in den Straßen und Gärten der Stadt die farbenfrohen Bäume, Kamelien, Rhododendren und Azaleen blühen.
Auch die Künste treffen in Portland auf fruchtbaren Boden, denn gemäß einer städtischen Verordnung muss ein Prozent der Kosten für neue staatlich geförderte Bauprojekte der Kunst zugutekommen. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie an Straßenecken, Polizeistationen, Gefängnissen, Bushaltestellen, Parks und öffentlichen Gebäuden auf die Werke kreativer Köpfe stoßen. Die neue MAX-Straßenbahnstrecke entlang der North Interstate Avenue ist praktisch eine Außen-Galerie für Installationen und Skulpturen.
Auch in puncto darstellende Künste hat Portland einiges zu bieten, darunter mehrere professionelle Theatergruppen, das Symphonieorchester Oregon Symphony, die Portland-Oper und das Kammermusikfestival Chamber Music Northwest. Das Nachtleben der Stadt kann mit zahlreichen Clubs und erstklassiger Livemusik aufwarten. Kinderfreundliche Freizeitaktivitäten wie der Oregon-Zoo, der Oaks-Vergnügungspark oder das Wissenschafts- und Industriemuseum von Oregon (Oregon Museum of Science and Industry) bieten Spaß für die ganze Familie. Die Stadt bemüht sich sehr um die Erhaltung architektonisch wertvoller Bauwerke. Besonderes Augenmerk liegt auf den Backsteinhäusern mit schmiedeeisernen Fassaden aus den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts sowie den kunstvollen Terrakotta-Gebäuden aus den 90er Jahren desselben Jahrhunderts, die vor allem in den historischen Vierteln Skidmore, Old Town und Yamhill zu finden sind.
Im Bezirk Pearl District wird alten Industrieanlagen in Form von Wohnflächen, Restaurants, Büroräumen, Galerien und Boutiquen neues Leben eingehaucht. Zudem steht das Viertel im Zentrum von Bemühungen, verfügbares Stadtgebiet durch die Wiederbelebung bestehender Viertel effektiver zu nutzen. Nicht alle Einwohner Portlands sind über diese Maßnahmen erfreut, die neben nie endenden Baustellen auch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen mit sich bringen. Mit Anbruch des neuen Jahrtausends wird jedoch auch das Nahverkehrsnetz weiter ausgebaut. Durch die Erweiterung der MAX-Straßenbahnstrecke bis zum Flughafen Portland und den Ausbau des Straßenbahnnetzes Portland Streetcar wurden die Portland State-Universität, die Innenstadt sowie die Viertel Pearl District und Nob Hill miteinander verbunden. Die Stadt kann nun bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkundet werden. Die umsichtige Planung der Stadtväter hat für ein gesundes Wachstum Portlands gesorgt, ohne all die Nachteile, die ein Aufschwung oftmals nach sich zieht. Die Stadt erfreut sich somit einer wachsenden Lebensqualität, baut auf bestehendem Wohlstand auf und vibriert förmlich vor neuer Energie.
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