Auf der Northwest 13th Avenue steht ein altes Lagerhaus, das sich in einen Tempel moderner Kreativität verwandelt hat. Man betritt es durch die ehemalige Laderampe. Innen befindet sich das Restaurant „Bluehour“, dessen Küchenchef Gerichte wie Kaninchenlende im Speckmantel kreiert. Die Gäste speisen in einem eleganten Speisesaal mit weißen Tischdecken und einer langen Bar – wer etwas auf sich hält, lässt sich hier blicken. Nebenan zeigt die Designerin Babette ihre Kreationen in einem coolen, minimalistisch gestalteten Bereich. Und gleich gegenüber befindet sich die Bullseye-Galerie, die die Werke zeitgenössischer Glaskünstler ausstellt.
Der Wandel, der hier im Pearl-Viertel stattfindet, wird in vielen Stadtteilen aufgegriffen: Designer, Künstler, Unternehmer und Gastronomen beziehen alte Fabriken und Lagerhäuser auf diesem etwa 100 Blocks großen Areal, das sich in nördlicher Richtung bis zum Willamette-Fluss erstreckt. Aber anders als andere frühere Industriegebiete ist dieses hier von überall in Portland aus leicht zu Fuß zu erreichen.
Und Portland hat zahlreiche attraktive Wohngebiete. Diese saubere Stadt am Fuße des Mount Hood nimmt Umweltschutz äußerst ernst. Das Stadtbüro für Nachhaltige Entwicklung fördert so ziemlich alles, von Recycling bis hin zu Öko-Baustandards. Und mit seinen unzähligen grünen Parks, europäisch anmutenden Gebäuden und Häuserblocks, die ungleich kleiner sind als die US-amerikanische Norm ist Portland ein Paradies für Fußgänger. Fast alle Ziele im Stadtzentrum sind zu Fuß oder mit der Stadtbahn gut zu erreichen.
Autor: Sarah Murray, 2. Juni 2007, The Financial Times (London)