Tag 1
Sie mögen zwar ein Tourist sein, das heißt aber nicht, dass Sie sich auch wie einer fühlen müssen. Darum sollten Sie in Philadelphia in einer gemütlichen und persönlichen Atmosphäre wohnen. Wählen Sie zwischen dem Penn’s View Hotel, einem entzückenden Gasthaus mit Blick auf den Delaware River, im Herzen der Altstadt (Old City) gelegen, dem Morris House am Washington Square, einem sehenswerten historischen Hotel mit einem schicken neuen Restaurant oder dem Boutique-artigen Alexander Inn im Stadtzentrum. In allen drei Häusern erhalten Sie Frühstück und kabellosen Internetzugang.
Sobald Sie Ihr Gepäck verstaut und Ihre Karte konsultiert haben, können Sie die Stadt wie ein Einheimischer erkunden. Die erste Station ist der „First Friday“ in der Altstadt. Bei dieser monatlichen Party öffnen die Galerien dort ab 17.00 Uhr ihre Pforten für die Öffentlichkeit und stellen bei kostenlosen Snacks, Getränken und Live-Musik neue Installationen vor. Sie sollten das Stadtviertel zu Fuß erkunden und sich dabei vor allem zwischen Chestnut Street und Race Street sowie zwischen 3rd Street und Front Street aufhalten, wo künstlerisch am meisten geboten wird. Es läuft immer eine gute Party im Clay Studio, in der Temple Gallery und im Painted Bride Arts Center, aber vielleicht sollten Sie auch die vom Stadtleben inspirierten Gemälde und Vinylspielzeuge in der Lineage Gallery erkunden.
Als Nächstes steht ein Ausflug durch Midtown Village an, das immer mehr im Trend liegende Viertel unterhalb der Broad Street. Das Abendessen findet im Lolita statt, einem modernen und absolut angesagten Mexikaner mit einer Besonderheit: die Gäste können die Getränke selbst mitbringen („BYOB“, bring your own bottle). In BYOB-Restaurants werden keine alkoholischen Getränke zum Verkauf angeboten, daher dürfen Sie einfach Ihre eigenen mitbringen. Vor Ihrem Besuch im Restaurant besorgen Sie sich im Wine & Spirit Store unter der Adresse 1218 Chestnut etwas Tequila, den Sie dann zusammen mit der frischen Margarita-Mischung des Hauses genießen können. Keine Lust auf etwas Scharfes? Im Weinlokal „Vintage“ können Sie köstliche leichte Kost wählen und eine neue Rebsorte probieren oder unter der Adresse 1225 Raw Sushi und Saketinis zu sich nehmen.
Lassen Sie jedoch noch etwas Platz für eines der großartigen Desserts im Capogiro (hausgemachtes italienisches Eis und Sorbet aus lokalen Zutaten) oder im Naked Chocolate Café (ungefähr alles, was Sie brauchen, um auch intensivste Naschanfälle zu besänftigen).
Tag 2
Beginnen Sie bei Ihren Erkundungen lokaler Eigenheiten den Tag mit einem Frühstück in Bella Vista, einem Viertel, in dem das Brunchen in Philadelphia praktisch neu erfunden wurde. Die Brötchen mit Apfelkompott im Morning Glory Diner sind der Stoff, aus dem Essenslegenden entstehen, und für die ungewöhnlichen französischen Toast- und Omelett-Spezialitäten in Sabrina’s Café versuchen die Gäste an jedem Wochenende, einen der heißbegehrten Tische zu ergattern. Wenn Sie nach etwas noch Exotischerem suchen, sollten Sie Carman’s Country Kitchen im Süden einen Besuch abstatten. Die liebenswürdige Gastgeberin und Namensvetterin dieser urigen Kaschemme serviert ungewöhnliche Gerichte wie Alligatorwurst und Kürbispfannkuchen.
Mit vollem Magen kann man sich deutlich entspannter auf dem Italienischen Markt (Italian Market) umsehen, ohne dass einem beim Anblick des Prosciutto gleich wieder das Wasser im Mund zusammenläuft. Der historische Abschnitt der 9. Straße ist mit Marktständen, Tischen und richtigen Geschäften vollgepackt. Nicht verpassen sollten Sie kulinarische Perlen wie das Kochgeschirr von Fante, die Käsegerichte und Spezialitäten der DiBruno Brothers, die Cannoli von Isgro und die frische Pasta von Talluto. Ehe Sie weiterziehen, sollten Sie noch kurz in Anthony’s Italian Coffeehouse vorbeischauen und dort Gilda’s Biscotti (hausgemacht) und einen Cappuccino dazu bestellen.
Begeben Sie sich anschließend nach Norden und bereiten Sie sich auf eine Einkaufstour in Northern Liberties vor. Denn, falls Ihnen dies noch nicht bekannt ist: in Philadelphia werden keine Steuern auf Bekleidung und Schuhe erhoben. Viele Geschäfte in dieser Gegend liegen entlang der 2. und 3. Straße. Bei Vintage Modern finden Sie Möbel aus der Mitte des letzten Jahrhunderts, bei Cheree Amour schicke Schuhe, bei Denim Society modische Jeans, in der Salon-Boutique Closet Fever Indie-Designer-Kleidung und hippes Outfit, bei Conspiracy Showroom Schmuck und Kleidung von Craft Mafia, bei P.A.D. abgefahrene Haushaltswaren und Geschenkideen und bei Tolou Second-Hand-Kleidung. Weiter nördlich im Liberties-Walk-Komplex gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, Geld auszugeben: Handgefertigte Korsetts, Kleidungsstücke und Accessoires in der Delicious Boutique, schicke Jeans und Tops in derZoey Boutique, neue und gebrauchte CDs und DVDs bei Think Music sowie Verwöhnartikel für ihre pelzigen Freunde bei Chic Petique. Bei Art Star, einem Hybrid-Gallery-Shop, können Sie die originelle Handwerkskunst, witzige Pullover und einzigartige Kunstgegenstände bewundern, und ehe Sie weiterziehen, sollten Sie in der Brown Betty Dessert Boutique auf einen frischen Muffin vorbeischauen.
Wenn der Magen knurrt und allmählich die Preisschilder vor Ihren Augen verschwimmen, wird es Zeit für eine Mittagspause. Glücklicherweise gibt es in der Nähe zahlreiche Möglichkeiten, sich zu stärken, wie z. B. das Deuce Restaurant and Bar (hier gibt es ein vollwertiges Menü aus Sandwiches und Salaten), das Las Cazuelas, ein erstklassiges mexikanisches Restaurant auf der Girard Avenue, oder Honey’s Sit’n’ Eat, wo jüdische Köstlichkeiten des amerikanischen Südens beheimatet sind (stellen Sie sich nur die geniale Kombination aus Latkes und paniertem Beefsteak vor).
Verbringen Sie den Rest des Nachmittags ein paar Blocks weiter in der Yards Brewery, der ältesten Brauerei der Stadt. Besichtigen Sie die Brauerei und probieren Sie die Getränke – alles im Geiste der Lebensart von Philadelphia.
Zum Abendessen nehmen Sie einfach ein Taxi zum berühmten Tacconelli’s in Port Richmond, einem Lokal, bei dem die Getränke selbst mitgebracht werden können (BYOB). Nicht wenige behaupten, dass hier die beste Pizza der Stadt serviert wird. (Tipp 1: Den Teig nach Möglichkeit im Voraus reservieren. Tipp 2: Ohne Barzahlung geht nichts. Tipp 3: Bei Tacs wirklich nur Pizza.) Wenn Sie keine Lust auf Pizza haben, testen Sie einmal die lokale Küche des Viertels. Im New Wave Café, einem polnischen Restaurant mit Bar, werden landestypische Gerichte wie Piroggen und Kohlrouladen zubereitet.
Nach dem Abendessen geht's zurück nach Fishtown zu Johnny Brenda’s, einer neuen Rockkneipe, in der man bei einem Bier die Klänge von Bands und DJs aus dem Umkreis und der Indie-Szene genießen kann. Von dort aus können Sie sich durch Northern Liberties nach Süden vorarbeiten und eine kleine Kneipentour machen. Mit der Bar Ferdinand, einer Tapas-Bar mit leckeren Cocktails und Sangria, dem N. 3rd, einer gemütlichen Kneipe in der Nachbarschaft, und dem Standard Tap, einem Pub mit einer großen Auswahl an lokalen Biersorten, können Sie nichts falsch machen. Wenn Sie eine Partie Billard spielen möchten, fragen Sie einen Einheimischen, wie Sie zum Ministry of Information kommen, einer urigen Kneipe mit zwei Billardtischen und einer nostalgischen 90er-Jahre-Musikbox. Sie können es sich auch auf einer Couch im 700 Club gemütlich machen, einer Bar mit Wohnzimmer-Atmosphäre sowie Indie- und Hip-Hop-DJs.
Tag 3
Nach einem langen Ausgehabend bleibt noch Zeit für eine letzte ausgiebige Mahlzeit in Philly (kurz für Philadelphia), diesmal in der Universitätsstadt (University City). Der langjährige Favorit im Viertel ist das White Dog Café, gleichermaßen bekannt für sein soziales Engagement wie für seine unverwechselbare Bloody Mary, die sich ideal zur Bekämpfung der Folgen des Vorabends eignet. Sie können es auch mit einem noch besseren Insider-Tipp probieren, dem Rx, einer ehemaligen Apotheke, die zum Bistro umfunktioniert wurde und saisonabhängige Gerichte mit Zutaten aus lokalem Anbau zubereitet. Ein Omelett aus Lancaster-Eiern mit Schinkenspeck rundet Ihr Wochenende in Philadelphia ideal ab – einheimischer geht es nicht.