Die kolonialen Siedler fanden in Charles Towne Wälder, gewundene Flüsse und weitläufige Sümpfe entlang einer flachen Küstenebene, die fortan als „Lowcountry“ (niedriges Land) bezeichnet wurde. Dieser ausgedehnte Landstrich bot Nahrungsmittel in Hülle und Fülle, allen voran Meeresfrüchte, Wild sowie Obst und Gemüse. Die Rezepte, die die französischen und englischen Siedler aus ihrer Heimat mitbrachten, wurden an das hiesige Zutatenangebot angepasst. Nachdem Sklaven aus der Karibik und Westafrika zur Arbeit auf den Reisfeldern ins Land geholt wurden, entwickelte sich die Gullah-Sprache, eine lebendige Kreolsprache aus Englisch und afrikanischen Wörtern und Akzenten, und die Gullah-Kultur. Da Schwarze und Weiße auf engstem Raum zusammenlebten – die Sklaven waren den Weißen zahlenmäßig für Generationen überlegen – vermischten sich die Sprachen, Akzente und Kochkünste der beiden Volksgruppen. Die Mischung von europäischen Rezepten und afrikanischen Aromen und Gewürzen unter Verwendung der regionalen Erzeugnisse wurde als Lowcountry-Küche bekannt.
Fast kein Gericht dieser Küche kommt ohne Reis aus, so zum Beispiel Pilau bzw. Purlieu (beides „Pör-loh“ ausgesprochen), das aus zusammengekochtem Reis und Fleisch besteht, oder Gemüsebrühe. Süß-salzige Garnelen und Maisgrütze stehen auf der Speisekarte von jeder Preiskategorie in Charleston. Außerdem können Sie eine cremige Krebssuppe in Restaurants und Geschäften bekommen. Weitere beliebte Gerichte sind Hoppin’ John (Reis und Bohnen) und Frogmore Stew, ein Eintopf mit Garnelen, Würstchen und Mais. Okraschoten, Auberginen, Maisbrei, Tomaten, Limabohnen, Sesamsamen, Schinken, Garnelen, Fisch und Wild sind allesamt Bestandteile der regionale Küche. Spezialitäten der Südstaatenküche, wie zum Beispiel gebratene grüne Tomaten, gebratener Fisch und Austern, Fischrogen im Schinkenmantel und gefüllte Wachteln sind hier selbstverständlich auch zu finden. Die Küche von Charleston besteht jedoch nicht nur aus Gerichten der Vergangenheit. Ganz im Sinne der Lowcountry-Küche erfinden die hiesigen Küchenchefs stets neue innovative und kreative Gerichte mit marktfrischem Gemüse von den Bauernhöfen in der Umgebung und fangfrischem Fisch, der aus den Gewässern direkt vor der Haustür kommt.
Inhalt von
. Copyright © Fodor’s Travel, eine Division von Random House, Inc. Alle Rechte vorbehalten