Die Bezeichnung Tex-Mex bezieht sich auf den besonderen Stil mexikanischer Küche im Lone Star-Staat Texas. Anders als beispielsweise in Neu-Mexiko, wo Tortillas manchmal aus Blaumaismehl gebacken werden, oder in Kalifornien, wo Avocados und schwarze Oliven eine wichtige Rolle spielen, geht es bei der Tex-Mex-Küche vor allem um Rinderhackfleisch, Käse und Chilisauce.
Es gibt aber auch köstliche Hähnchen-Enchiladas mit einer aromatischen grünen Tomatillosauce oder vegetarische Varianten und sogar Krabben-Enchiladas. Aber der wahre Favorit der Tex-Mex-Küche, der manchmal liebevoll als "Normaler Teller Nr. 1" (Regular Plate No. 1) bezeichnet wird, sind Rinder-Enchiladas, Bohnenmus und spanischer Reis. Und wenn Sie Glück haben, erhalten Sie zu Ihrer Rechnung noch "leche quemada", eine süße Pekannuss-Praline.
Milde und pikante Tamales stehen ebenfalls auf jeder Tex-Mex-Speisekarte, sind aber zu Weihnachten besonders beliebt. Tamales selbst zuzubereiten ist eine zeitaufwändige Aufgabe, der sich traditionell die Großfamilien widmen.
Je weiter Sie in Texas südlich reisen, desto reichhaltiger wird das Angebot an Tex-Mex-Speisen. Manche davon werden vor allem in Hispano-Wohngebieten verkauft. Zu diesen Gerichten gehört Cabrito, zartes junges Ziegenfleisch, das über dem offenen Feuer am Spieß geröstet wird. Gerade in Grenzstädten ist Cabrito weit verbreitet und hängt oft an Spießen in Marktvitrinen.
Eine weitere Spezialität der Tex-Mex-Küche ist Barbacoa, pikantes Grillfleisch, das meist in Tacos serviert wird. Es ist eins jener Gerichte, die köstlich schmecken, bis man erfährt, was man da eigentlich isst. Barbacoa wird aus Rindsköpfen gemacht, mit Augen, Gehirn, Zunge und allem. Der Rindskopf wird gebuttert, in ein Käsetuch gewickelt und dann in eine Jutetasche gesteckt. Für die traditionelle Zubereitung wird ein Loch – Pozo genannt – in die Erde gegraben und zu einem Drittel mit heißen Kohlen gefüllt, die mit Feigenkaktusscheiben bedeckt werden (für mehr Feuchtigkeit).
Dieses scharfe Essen wird üblicherweise mit kaltem Bier (Cerveza) hinuntergespült. Wenn Sie es mit dem Bier übertrieben haben, heißt das Gegengift "Menudo". Diese würzige Suppe aus Kutteln soll bei Kater Wunder wirken. Sie wird in Restaurants angeboten, aber auch in Dosen in Supermärkten in Süd- und Westtexas verkauft.
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